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Weiß man am Ende, wie es geht? Ein Erfahrungsbericht aus dem Letzte-Hilfe-Kurs (Teil 1)

8. Sept.
3 Min. Lesezeit

„Am Ende wissen, wie es geht“ und das „Kleine 1x1 der Sterbegleitung“, mit diesen Worten beschreibt die gemeinnützige Initiative „Letzte Hilfe“ ihr Kursangebot. So wie Erste Hilfe bei akuten Verletzungen und Erkrankungen eingesetzt wird, soll die Letzte Hilfe Lebensqualität auch im Sterben sichern und Leid lindern. Zielgruppe der Kurse sind besonders auch Angehörige und Zugehörige.


Eine Frau lächelt in die Kamera
Carola besuchte den Letzte-Hilfe-Kurs mit dem Blick der frischgebackenen Hospizbegleiterin. Dies ist der Auftakt einer dreiteiligen Erfahrungsbericht-Reihe von Carola.

Carola, die bei uns ehrenamtliche Hospizbegleiterin ist, besuchte den Letzte-Hilfe-Kurs im AWO Begegnungs- und Servicezentrum Zuffenhausen. Als Angehörige begleitete sie vor einigen Jahren ihre Mutter auf dem letzten Weg.


Wie erging es Carola mit dem Kurs? Wie nützlich ist das Wissen zur Letzten Hilfe ihrer Meinung nach für die Sterbebegleitung nahestehender Menschen? Reicht das Wissen aus, um Angehörigen und Zugehörigen ein Letzte-Hilfe-Handeln zu ermöglichen? Denn unterm Strich sind die Letzte-Hilfe-Kurse zeitlich sehr überschaubar – nur vier Stunden nehmen sie in Anspruch.


Komprimiertes Wissen in vier Stunden


Unsere Hospizbegleiterin Carola verbrachte in Zuffenhausen einen Letzte-Hilfe-Nachmittag. Meist werden Letzte-Hilfe-Abende organisiert, die um 20:30 oder um 21:00 Uhr enden. Immer eingehalten wird der Umfang von vier Stunden – genau diesen sieht das Letzte-Hilfe-Konzept vor.


„Ja, die Letzte-Hilfe-Kurse sind komprimiert“, so schätzt es Carola ein. „Ich bin aber nicht erschlagen, sondern erfüllt und leicht aus dem Kurs gegangen. Was hätte mir dieses Wissen damals geholfen, als meine Mutter in der letzten Phase ihres Lebens war.“


Wenn die Begleitung an Grenzen führt


Wie so viele andere Menschen fühlte sich Carola unsicher, als es damals um die Sterbebegleitung in der eigenen Familie ging. Vor allem gestand sie sich selbst kaum Pausen zu. Gerade bei nahestehenden Menschen fällt es vielen schwer, einmal nicht am Sterbebett zu sein. Was, wenn gerade dann der letzte Atemzug getan wird?


„Bei der Begleitung meiner Mutter hatte ich den Drang, ständig bei ihr sein zu wollen. Schon allein durch den Beruf war das nicht möglich“, so sieht es Carola nach dem Kurs. „Heute weiß ich, dass Menschen oft auch gerade dann gehen, wenn sie für sich sind. Man darf und muss sich Pausen zugestehen. Und dem sterbenden Menschen ebenso.“


Unterstützung holen und zur Unterstützung werden


Danach gefragt, was Carola ihrem damaligen Ich empfehlen würde, überlegt Carola kaum: „Eigentlich würde ich mir sagen, dass ich großzügiger zu mir sein sollte. Ruhiger. Ich würde mir den Tipp geben: Carola, du kannst dir jemand an deine Seite holen.“


Die Hilfe Ambulanter Hospizdienste hätte es damals schon gegeben – nur wusste Carola da noch nichts von ihnen. Und auch darum geht es in dem Letzte-Hilfe-Kurs: Um das Kennenlernen von Unterstützungsmöglichkeiten. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Kursbesuch selbst – auch hier gibt es Raum, Sorgen und Nöte zu teilen. Da der Kurs nur wenige Stunden in Anspruch nimmt, können Menschen ihn oft sogar noch besuchen, wenn der Sterbeprozess von An- und Zugehörigen bereits akut ist.


Über die Letzte Hilfe am Schluss


Und wie schätzt Carola es nun ein, ob das Letzte-Hilfe-Wissen im Ernstfall wirklich unterstützen kann? „Der Letzte-Hilfe-Kurs bringt alles auf den Punkt. Wir Teilnehmende sind gestärkt aus ihm herausgegangen. Vielleicht kann man es auch als optimistisch beschreiben – optimistisch, wirklich etwas für Menschen am Lebensende tun zu können.“


Da Carola auch bereits den Qualifizierungskurs zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin besucht, stellt sich die Frage: Konnte sie bei der Letzten Hilfe noch Neues erfahren? „In jedem Fall.“, so Carola. „Aus der An- und Zugehörigensicht wirken die Inhalte noch einmal anders. Praktische Hilfen wie Mundpflege und Aromamassagen werden auch im Qualifizierungskurs vorgestellt. Die kann man eigentlich gar nicht oft genug ausprobieren. Schön, dass ich all das im Letzte-Hilfe-Kurs noch einmal durchführen konnte.“


Möchten Sie sich für einen Letzte-Hilfe-Kurs anmelden?


Die Letzte-Hilfe-Kurse in den Begegnungs- und Servicezentren der AWO Stuttgart sind dank einer Kooperation mit der gemeinnützigen Letzte-Hilfe-Gesellschaft und der energie-BKK kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Der Letzte-Hilfe-Kurs vermittelt Basiswissen zu den vier Themenbereichen: Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und entscheiden, Leiden lindern, Abschied nehmen.


Die Kursanmeldungen sind über die Letzte-Hilfe-Website möglich – dort finden Sie auch weitere Informationen: www.letztehilfe.info/kurse


Die nächsten Letzte-Hilfe-Kurse in Stuttgart


28. September 26

17:00–21:00 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Botnang, Griegstraße 8, 70195 Stuttgart

21. Oktober 26

16:30–20:30 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Salzäcker, Widmaierstraße 137, 70567 Stuttgart

3. November 26

16:30–20:30 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Dürrlewang, Osterbronnstraße 64B, 70565 Stuttgart


 
 
 

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